26. April 2016

DIY im Kleinformat - Zwei Mini-Projekte mit Spraypaint

Sprühfarbe ist ja (zumindest in der Blogger-Welt) schon lange ein Hit. Man kann auf Pinterest unglaublich tolle Projekte und Ideen zum Basteln, Einrichten und Gestalten mit Spraypaint finden. So inspiriert durch die vielen tollen Fotos und Anregungen auf meinen Lieblingsblogs, wollte ich das Ganze schon seit Langem ausprobieren. Letzte Woche bin ich endlich dazu gekommen, nachdem ich mich zuvor noch durch eine Hausarbeit für die Uni gequält hatte.




Von den ganzen super Ideen und der riesigen Auswahl an verschiedenen Sprays war ich erst mal leicht überfordert. Irgendwann bin ich einfach in den Baumarkt gefahren, um zu sehen, was ich da so finde. Nach Farben und vielen Bastelutensilien schaue ich meistens zuerst im Baumarkt, weil sie dort fast immer günstiger zu haben sind als in speziellen Bastelläden. Aber ich gebe trotzdem gerne zu, dass ich niemals am Idee-Shop im Kant-Center vorbeigehen könnte, ohne nicht wenigstens kurz reingeschaut zu haben...

Jedenfalls stand ich im Baumarkt vor einem Regal mit gefühlt 7ooo Sprühdosen und war ratlos. Nimmt man die Premium- , die Hochglanz- oder doch die Hobbylinie? Und von jeder gibt es auch noch Dutzende verschiedene Farben, eine schöner als die andere.

Am Ende habe ich mich für das "Aqua High Quality Lackspray" von Dupli-Color entschieden, weil es 90% weniger umweltschädigende Lösemittel enthält. Ich hatte sowieso schon ein schlechtes Gewissen überhaupt Sprühflaschen zu benutzen, da konnte ich mich mit dieser Wahl immerhin etwas besser fühlen :)
Falls ihr Empfehlungen für gute Sprühfarben habt, lasst es mich bitte in den Kommentaren wissen. Ich bin froh über jede Information, die mir die Entscheidung beim nächsten Mal erleichtert.

Da ich zum erstem Mal mit Spraypaint gearbeitet habe, wollte ich das Ganze lieber erst einmal an Dingen ausprobieren, die keinen hohen materiellen oder persönlichen Wert haben. Mein erster Einfall war eine leere Konservendose. So konnte ich gleich noch etwas wiederverwenden, das sonst im Müll gelandet wäre. Und ich denke mir immer: "Recycling ist gut, Upcycling ist besser!" : )




Die Dose bekam also als erstes eine ordentliche Portion Grundierung, die ich dann einige Stunden trocknen lassen habe. Obwohl auf dem Foto eine Zeitung zu sehen ist, empfehle ich keine Zeitung als Unterlage zu benutzen. Bei mir hat nach dem Trocken an ein paar Stellen die Zeitung festgeklebt und Papierfussel oder Druckerschwärze hinterlassen. Nächstes Mal versuche ich es mit einem großen Stück Pappe oder Folien.

Wenn die Grundierung gut getrocknet ist, nur noch die Farbe aufsprühen (und wieder ausreichend trocknen lassen) und schon hat man eine bunt lackierte Dose.




Ich bewahre darin jetzt einige Kerzen auf und habe die Dose griffbereit auf unser Bücherregal gestellt. Aus Müll wird Buchstütze, Deko und Kerzenaufbewahrung in einem!




Ich wollte noch etwas vor dem Müll retten und so wurde ein leerer Joghurt-Eimer ordentlich ausgewaschen.




Da der Rand oben nicht bedruckt ist, wollte ich ihn weiß lassen. Also habe ich alles, was nicht gefärbt werden sollte sorgfältig abgeklebt.




Dann ging es wieder ans Sprühen. Beim Eimer habe ich die Grundierung weggelassen, um mal zu sehen, ob die überhaupt nötig ist. Hätte ich wohl nicht machen sollen, denn je nach Lichteinfall kann man die Aufdrucke immer noch durchsehen. Vielleicht hätte aber auch eine weitere Farbschicht das Problem gelöst (ich habe zwei Schichten aufgetragen).




Ich bin mit dem Resultat trotzdem ganz zufrieden. Der Eimer dient jetzt als Mini-Mülleimer im Schlafzimmer.

Nach diesen zwei kleinen Projekten als Einstieg werde ich wohl noch viel mit Spraypaint herum experimentieren. Ich habe schon ein paar Ideen und kann kaum mein nächstes Basteltreffen mit meiner lieben Freundin I. abwarten:)

Welche Erfahrungen habt ihr mit Sprühfarben gemacht? Habt ihr ein paar Tipps, was man beachten sollte? Und wann wird das Wetter endlich wieder frühlingshaft??

13. März 2016

DIY Unterschrank fürs Waschbecken

Heute möchte ich endlich ein Projekt teilen, das sich ewig hingezogen hat. Nachdem wir den "Rohbau" fertig gebaut hatten, stand es eine ganze Weile lang halb vollendet im Bad, bis ich es endlich geschafft habe das letzte Teil anzubringen. Jetzt, da alles fertig ist, frage ich mich wieso ich so lange dafür gebraucht habe. Aber das ist ja immer so, oder? Bitte sagt mir, dass ich nicht die einzige bin, die immer wieder Dinge aufschiebt, die man eigentlich an einem Nachmittag erledigen kann...




Ich glaube, ich hatte noch nie einen Waschbecken-Unterschrank im Bad, aber ich wollte immer einen haben. Auf dem nächsten Bild kann man sehen, warum. So sah unser Waschbecken vorher aus:

 




Ich fand es schrecklich, jeden Tag auf diese hässlichen Rohren schauen zu müssen. Meistens stand unser Putzeimer, der auch nicht gerade eine Augenweide ist, unterm Waschbecken und verschiedene Lappen oder Putzhandschuhe hingen über den Rohren. Ich wollte das alles verstecken und ein bisschen Extra-Stauraum kann ja auch nie schaden. Also habe ich meinen Freund gebeten, ein kleines Schränkchen zusammen zu bauen und weil er so super ist, hat er das natürlich gemacht :)

Wir hatten noch ein paar 30 cm breite Bretter rumliegen, die wir benutzt haben. Für den ganzen Schrank brauchten wir nur vier Bretter: zwei Seitenwände, eine Deckplatte und einen Zwischenboden. Die benötigte Gesamthöhe haben wir am Waschbecken abgemessen; bei uns waren das 67 cm. Da die Dicke der Deckplatte von 2cm noch hinzu kommt, haben wir die Seitenbretter also 65 cm lang gesägt. Der Zwischenboden misst  35 x 30 cm und die Deckplatte 39 x 30 cm. Letztere brauchte natürlich noch Löcher für das Abflussrohr und die beiden Wasserzuläufe. Da wir damals noch keine Stichsäge hatten, musste mein armer Freund das ganze mit der Hand aussägen. So sah dann die fertige Platte aus:




Weil der Boden im Bad immer mal nass wird, wollten wir den unteren Teil der Seitenwände lackieren, damit das Holz nicht aufquillt. Ich habe einen 8 cm breiten Streichen abgeklebt. Am oberen Rand wollten wir auch ein bisschen Farbe. Hier habe ich 6 cm abgeklebt.




Dann habe ich ringsherum in zwei Farbschichten weiß lackiert. Unten habe ich besonders viel Lack benutzt und aufgepasst, dass eine deckende Schicht entsteht, damit später nirgends Wasser eindringen kann.




Die Deckplatte habe ich komplett weiß lackiert. Das wollten wir ursprünglich nur aus gestalterischen Gründen machen, aber jetzt bin ich echt froh, dass das Holz dort auch geschützt ist, weil da erstaunlich viel Wasser landet.




Jetzt musste nur noch alles zusammen geschraubt werden. Wir haben Zwischenboden und Deckplatte einfach mit jeweils vier kleinen Winkeln befestigt. Das ist für uns stabil genug, da wir weder Haustiere noch kleine Kinder haben, die an dem Schrank wackeln könnten. Falls ihr eine stabilere Lösung braucht, könnten zwei diagonale Streben an der Rückseite zusätzlichen Halt geben.




Und so sah unser Schränkchen dann aus:




Leider sah es so mehrere Monate lang aus, weil ich mich zuerst nicht entscheiden konnte aus welchem Stoff ich den Vorhang nähen wollte. Und als ich den Stoff endlich besorgt hatte (SOMMAR 2016 von IKEA), hatte ich wegen der Prüfungsphase keine Zeit zum nähen. Aber diese Woche habe ich meine Nähmaschine endlich aus ihrer Kiste befreit.

Der fertige Vorhang sollte 38 cm breit und 65 cm lang sein. An den Seiten und oben wollte ich je einen doppelt eingeschlagenen Saum von 1 cm nähen, der untere Saum sollte etwas breiter werden. Mein Zuschnitt war also 42 x 70 cm groß. Hier war ich gerade mit den beiden Säumen für die Seiten fertig:




Es war wichtig, diese zuerst zu nähen, weil der Saum am unteren Rand später an den Seiten offen sein sollte. Da sollte nämlich ein kleiner Holzstab rein, damit der Vorhang etwas schwerer wird und schön gerade hängt.

Nachdem auch der obere Saum fertig war, habe ich für den unteren zunächst auch 1 cm eingeschlagen und gebügelt (wie bei allen anderen Säumen) und dann einen breiteren Umschlag (etwa 2,5 cm) gemacht.

Der Durchmesser des Stabs ist 1 cm und die Länge 38 cm, genau wie die Breite des  Vorhangs. Nachdem ich mir ein Stück zurecht gesägt hatte, habe ich die Sägekante mit Schleifpapier der Körnung 120 geglättet und dann nochmal den ganzen Stab mit 180-er Papier leicht abgeschliffen. Dann nur noch den Stab in den Saum schieben und der Vorhang ist fertig.




Um den Vorhang am Schrank zu befestigen, habe ich ihn einfach mit weißen Reißzwecken fest genagelt. Ist vielleicht nicht gerade die eleganteste Lösung, aber für einen Waschbecken-Unterschrank reicht es.




Und so - endlich - ist unser Waschbeckenschrank fertig!



Darunter kann ich jetzt unseren Putzeimer und ein paar andere Dinge verstecken.




Im oberen Fach sind einige Lappen und eine Sprühflasche mit Bad-Reiniger. Außerdem bewahre ich hier noch verschiedene Waschmittel für die Kleidungsstücke, die ich von Hand waschen muss, auf.




Der zusätzliche Stauraum ist super, auch wenn es nicht viel ist. Und ich liebe die Kombination vom naturbelassenen Holz und den weiß lackierten Stellen.




Weil ich noch Stoff übrig hatte, habe ich auch eine Auflage für unsere Waschmaschine genäht.




Die bringt ein bisschen Farbe ins Bad und verdeckt ein paar hässliche Stellen auf unserer alten Waschmaschine. Außerdem mag ich es, dass der Stoff vom Vorhang noch einmal im Raum aufgegriffen wird.




Vielen Dank fürs Lesen und genießt den Frühling, der hoffentlich bald vorbei schaut!

P.S.: Sorry wegen der teilweise schlechten Fotos in diesem Post. Die Lichtverhältnisse in unserem Bad sind nicht gerade die beste Voraussetzung für schöne Bilder.

14. Februar 2016

DIY Gewürzregal

Jetzt ist mein letzter Post doch schon eine Ewigkeit her. So viel zu meinem Vorsatz, einen Eintrag pro Woche zu veröffentlichen. Von nun an werde ich dieses Ziel aber hoffentlich erreichen, da die Vorlesungszeit an meiner Uni vorbei ist und ich mir meine Zeit jetzt freier einteilen kann.
Heute möchte ich euch gerne zeigen, wie wir unser Gewürzregal aus ein paar Brettern zusammengebaut haben. Schon kurz nach unserem Umzug haben wir gemerkt, dass wir ein Stauraum-Problem in der Küche haben. Sie ist nicht sehr groß und wegen der Anschlüsse für Herd und Spüle hatten wir nur wenige Möglichkeiten Schränke aufzustellen. Unsere Gewürze standen zuerst in einem der Unterschränke und haben dort fast ein ganzes Fach in Anspruch genommen. Dadurch hatten wir keinen Platz mehr um andere Dinge, die wir "auf Vorrat" da haben - wie Nudeln und Reis- unterzubringen. Also haben wir beschlossen, für unsere Gewürze und Öle ein Regal zu bauen um Platz im Schrank zu schaffen.




Ein Regal dieser Art kann (solange es noch stabil genug ist) eigentlich in jeder beliebigen Größe gebaut werden. Für unsere Version haben wir folgendes benötigt:
  • 6 Bretter für die Rückwand (10 x 60 x 1,8 cm)
  • 3 Bretter als Seitenwände bzw. Trennwand (14 x 60 x 1,8 cm)
  • 6 Regalböden (10 x 40 x 1,8 cm)
  • 12 kleine Leisten, auf denen die Regalböden befestigt werden (2 x 9 x 1 cm)
  • 2 Leisten zur Befestigung an der Wand (4 x 80 x 2 cm)
  • Winkel und passende Schrauben 
Außerdem benötigt ihr eine Bohrmaschine und eventuell eine Säge.
Wir haben im Baumarkt einige drei Meter lange Bretter gekauft und diese dort zurecht sägen lassen. Die Leisten haben wir selbst gesägt, aber das kann man sicherlich auch im Baumarkt machen lassen (wir wollten dem freundlichen Mitarbeiter nur nicht die ganzen 9-cm-Stückchen zumuten...).

Nachdem also alles die richtige Größe hatte, haben wir sämtliche Teile abgeschliffen.




Wir haben dafür 180-er Schleifpapier benutzt. Da wir alles lasieren wollten, habe ich alle Bretter gründlich mit einem feuchten Tuch abgewischt, um den Schleifstaub zu entfernen. Das ist wichtig, weil sonst die Lasur ungleichmäßig wird.




Nachdem alles getrocknet war, kam der spaßige Teil: streichen! Wir haben eine Lack-Lasur im Farbton "mahagoni-braun" benutzt. Ihr solltet darauf achten, immer in Richtung der Holzmaserung zu streichen.




Ich habe immer nachdem eine Seite eines Brettes gestrichen war ein feuchtes Tuch (Achtung: nicht zu nass!) genommen und die Farbe damit noch einmal in das Holz einmassiert. Dabei sollte man wieder in Richtung der Maserung arbeiten. Unten seht ihr alle Bretter zum Trocken aufgereiht :)




So haben wir das Ganze 24 Stunden lang trocknen lassen. Die Lasur zieht eigentlich ziemlich schnell ins Holz ein und man könnte die Bretter sicherlich auch schon nach 1-2 Stunden weiter bearbeiten, aber wir wollten lieber nichts riskieren. Wie im rechten Bild oben zu sehen ist, haben wir in einem der größeren Bretter zwei Lücken ausgesägt. Durch diese kommen die hinteren Leisten des Regals.




So sieht der "Rohbau" des Regals aus. Die Seitenwände haben wir einfach mit Winkeln befestigt. Die beiden Leisten haben wir absichtlich nicht gestrichen, damit sie am Ende ein kleines bisschen Abwechslung bringen.




Wie ihr oben seht, ist an einer Stelle das Holz gesprungen. Dort hatten wir den Winkel zu fest angeschraubt. Zieht also am besten alle Schrauben erst einmal nicht so fest an und justiert lieber am Ende noch einmal nach, falls einige Stellen zu instabil wirken.
Als nächstes haben wir die Rückwand unseres Regals eingebaut. Dafür sollten die Bretter in die beiden Leisten geschraubt werden.




Wir haben zuerst die Löcher in den Brettern vorgebohrt und dann alles direkt in die Leisten geschraubt:




Am Ende sollte die Rückwand in etwa so aussehen (hier ist nur eine Seite zu sehen):




Nun mussten wir die zwölf kleinen Leisten an den Seitenwänden befestigen, um die Regalböden einbauen zu können. Achtet hierbei unbedingt darauf, keine zu langen Schrauben zu benutzen! Schließlich will man ja nicht, dass sie auf der anderen Seite heraus gucken. (Das gilt natürlich immer, wenn man irgendwo Schrauben benutzt, aber ich wollte das hier noch mal betonen, weil die Mini-Leisten nur 1 cm tief sind.)




Also wieder Löcher vorbohren und dann alles in die Seitenwände schrauben. Wir haben uns vorher überlegt, welche Behälter wir in das Regal stellen wollen und haben danach bestimmt, wie groß die Abstände zwischen den einzelnen Regalböden sein sollten.




Man hätte die Bretter auch einfach auf die kleinen Leisten legen können. Solange man keine Kinder im Haushalt hat, die am Regal ziehen könnten, sollte das kein Problem sein. Wir haben aber vorsichtshalber alle Bretter mit transparentem Silikon an den Leisten fest geklebt.
(Auf dem Foto sieht es so aus, als hätte das Holz teilweise die Farbe nicht richtig angenommen. Das muss an einer komischen Belichtung liegen. Eigentlich sind wir sehr zufrieden mit der Lasur.)




Das Silikon haben wir über Nacht trocknen lassen. Damit auch alles hält, haben wir die Bretter mit Konserven beschwert. Und dann - endlich - tadaa...




...das fertige Regal an der Wand. Jetzt musste das Ganze nur noch befüllt werden:





Vielleicht erscheint dem einen oder der anderen dieser ganze Aufwand ein wenig zu viel für ein einfaches Gewürzregal. Aber wir wollten etwas, das nicht alle haben und ein fertiges Regal von dieser Größe (vor allem eins aus 100% Holz) hätte uns wohl das Doppelte gekostet. Außerdem bauen wir gerne alle möglichen Dinge selbst :)




Vielen Dank an alle, die den Post bis zum Ende durchgehalten haben. Ich wünsche euch noch einen schönen Valentinstag!